Eine digitale Edition anderer Art
24. März 2026·
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1 Min Lesezeit
Clément Godbarge
Die meisten Primärquellen werden nie veröffentlicht. Und das Modell, mit dem wir dem abhelfen wollen – die drittmittelfinanzierte digitale Edition –, ist zu teuer, zu zentralisiert und zu zerbrechlich, als dass es in der Breite funktionieren könnte. In einem soeben erschienenen Beitrag lege ich dar, warum ich die kritische Edition von Cavrianas Briefen anders anlege: als digitalisierte Primärquellen, die organisch wachsen, mit minimaler Infrastruktur auskommen, sich selbsttätig warten, offen für Mitarbeit sind und so wenig kosten, dass es gar keiner Förderung bedarf. Es ist ein Plädoyer für Digital Humanities, die auch ohne institutionellen Rückhalt funktionieren.

Autoren
Dozent für Digital Humanities
Clément Godbarge ist Dozent für Digital Humanities an der University of St Andrews. Seine Forschung befasst sich mit Wissenschaft und Staatskunst im Europa der Frühen Neuzeit. In seinem demnächst erscheinenden Buch untersucht er, wie Ärzte an den Höfen Frankreichs und Italiens im 16. Jahrhundert sich als politische Experten eines neuen Typs profilierten. Seine Forschung wurde von der Andrew W. Mellon Foundation, der Fulbright-Kommission, der Renaissance Society of America und der Harvard University gefördert.