tei-mcp: TEI P5 für KI-Agenten

Wer schon einmal einen KI-Programmierassistenten TEI-XML hat schreiben lassen, weiß, dass dabei Fehler passieren. Elemente stehen, wo sie nicht hingehören; Attribute werden frei erfunden; Verschachtelungsregeln bleiben unbeachtet. Das Modell hat eine ungefähre Vorstellung davon, wie TEI aussieht – von der Spezifikation selbst weiß es nichts Verlässliches.
tei-mcp schafft hier Abhilfe: Es gibt KI-Agenten direkten, werkzeuggestützten Zugriff auf die TEI-P5-Guidelines.
Inhaltsverzeichnis
Was ist MCP?
Das Model Context Protocol (MCP) ist ein offener Standard, über den sich KI-Anwendungen mit externen Datenquellen und Werkzeugen verbinden. Man kann es sich als USB-Anschluss für KI vorstellen: ein einziges Protokoll, mit dem sich jeder kompatible Client – Claude, Cursor, Windsurf und andere – an spezialisierte Dienste anstöpseln lässt.
Ein MCP-Server stellt Tools bereit, die die KI im Laufe eines Gesprächs aufrufen kann. Statt auf angelerntes Trainingswissen zu vertrauen, kann das Modell eine aktuelle, maßgebliche Quelle befragen.
Was tei-mcp leistet
tei-mcp liest die ODD-Spezifikation von TEI P5 ein und stellt 16 Tools bereit, die die häufigsten Fragen beantworten, die sich beim Edieren und Kodieren stellen:
- Was ist dieses Element? Nachschlagen von Elementen, Klassen, Makros und Modulen nach Namen, ohne Rücksicht auf Groß- und Kleinschreibung und mit Vorschlägen bei Tippfehlern.
- Welche Attribute nimmt es? Auflösen der Attribute über die gesamte Klassenhierarchie – zuerst die lokalen, dann der Reihe nach die geerbten.
- Was darf hinein? Entfalten von Inhaltsmodellen zu strukturierten Bäumen oder eine flache Liste der zulässigen Kindelemente.
- Darf dieses Element hierhin? Prüfen der Eltern-Kind-Verschachtelung oder Nachverfolgen der Erreichbarkeit durch die gesamte Elementhierarchie.
- Ist mein Dokument valide? Validieren einer TEI-XML-Datei gegen die Spezifikation: Inhaltsmodelle, Attributwerte, geschlossene Wertelisten, Integrität der Verweise und Warnungen vor veralteten Konstrukten.
- Und mein Projektschema? Laden einer ODD-Anpassung, um all das auf die projektspezifische Teilmenge von TEI einzuschränken.
Warum das zählt
Wer in TEI kodiert, schlägt ständig in den Guidelines nach. Erfahrene Encoder haben die gängigen Muster verinnerlicht, aber selbst sie müssen bei selteneren Elementen oder verwickelten Inhaltsmodellen in die Spezifikation schauen. Für KI-Assistenten, denen jedes verinnerlichte Wissen fehlt, ist das Problem gravierender: Sie halluzinieren Markup, das plausibel aussieht und falsch ist.
Mit tei-mcp muss die KI nicht raten. Sie kann die Antwort in der Spezifikation nachschlagen, ehe sie auch nur eine spitze Klammer schreibt. Heraus kommt Markup, das TEI P5 entspricht – oder der ODD-Anpassung Ihres Projekts.
Erste Schritte
Installation von PyPI:
pip install tei-mcp
Anschließend in die Konfiguration Ihres MCP-Clients eintragen:
{
"mcpServers": {
"tei": {
"command": "uvx",
"args": ["tei-mcp"]
}
}
}
Beim ersten Start lädt der Server die TEI-Spezifikation herunter; er arbeitet mit jedem MCP-kompatiblen Client zusammen.
Quellcode und vollständige Dokumentation: github.com/Pantagrueliste/tei-mcp
